Referenzprojekt · Museum Ulm

Direktionsakten
1933 – 1945

Der Schriftwechsel der Museumsdirektion, digitalisiert und durchsuchbar. Provenienzforschung als lebendiges Archiv — Seite für Seite erschlossen.

≈ 30.000 SeitenSütterlin · Kurrent · FrakturGefördert durch das Deutsche Zentrum KulturgutverlusteMuseum Ulm · Stadt Ulm · 1tm solutions
Fig. 01

Ausgangslage

Ein Bestand voller Antworten — aber nicht befragbar.

Die Direktionsakten des Museum Ulm dokumentieren den Schriftwechsel der Museumsleitung aus den Jahren 1933–1945: Erwerbungen, Leihverkehr, Korrespondenz mit Händlern, Behörden und Sammlern. Für die Provenienzforschung ist dieser Bestand eine zentrale Quelle — etwa zur Klärung, unter welchen Umständen Werke in die Sammlung gelangten.

Die Akten lagen digitalisiert vor, aber als reine Bilddateien: nicht durchsuchbar, nicht strukturiert, nicht mit Normdaten verknüpft. Jede Recherche bedeutete manuelles Blättern durch zehntausende Seiten.

Fig. 02

Die Herausforderung

Historische Schriften

Ein großer Teil der Seiten ist handschriftlich in Sütterlin und Kurrent verfasst; gedruckte und maschinenschriftliche Dokumente nutzen Fraktur. Standard-OCR scheitert an beidem.

Wissenschaftlicher Maßstab

Provenienzforschung braucht belegbare Aussagen: Jede extrahierte Information muss bis zur Quelle — der einzelnen Scan-Seite — rückverfolgbar bleiben.

Archivische Struktur

Bestand, Konvolut, Korrespondenz, Seite: Die archivische Ordnung muss erhalten bleiben und in Standards wie EAD und CIDOC CRM exportierbar sein.

Fig. 03

Das Vorgehen

  1. 01

    Struktur übernehmen

    Beim Einspielen wird die archivische Ordnung — Bestand, Konvolut, Korrespondenz, Seite — aus Dateinamen und Aktenplan rekonstruiert. Deterministische Metadaten werden ohne KI erfasst.

  2. 02

    Fachwissen wird Analyseprofil

    Das Museum beschreibt sein Wissen — Erfassungstabellen, Regeln, Beispiele. arcafind erzeugt daraus ein versioniertes Analyseprofil: Prompt, Schema und Testfälle, geprüft an echten Seiten vor der Aktivierung.

  3. 03

    KI-Auswertung mit Belegen

    Die KI transkribiert Sütterlin und Fraktur und extrahiert Personen, Orte, Daten und Vorgänge — pro Dokument und pro Seite, mit Evidenzanker, Konfidenz und Herkunft je Feld. Manuelle Korrekturen haben immer Vorrang.

  4. 04

    Normdaten, Suche, Publikation

    Personen und Orte werden mit der GND verknüpft. Volltext- und semantische Suche werden fusioniert; kuratierte Ergebnisse lassen sich als Publikation teilen und nach EAD oder CIDOC CRM exportieren.

Fig. 04

Aus dem Bestand

Fig. 05

Das Ergebnis

  • 01

    Der Bestand ist durchsuchbar — wörtlich und sinngemäß, über Transkript und strukturierte Metadaten.

  • 02

    Jede extrahierte Aussage bleibt bis zur Scan-Seite belegt: Evidenzanker, Konfidenz und Herkunft je Feld.

  • 03

    Personen und Orte sind mit GND-Normdaten verknüpft und für Archivstandards (EAD, CIDOC CRM) anschlussfähig.

  • 04

    Das Forschungsteam kuratiert die Ergebnisse; Publikationen machen kuratierte Auswahlen intern oder öffentlich zugänglich.

„Jedes Blatt ist ein Beleg. arcafind macht das Archiv lesbar.“

Provenienzforschung · Museum Ulm

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